Überfunktion
Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion – medizinisch Hyperthyreose genannt – produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Dadurch wird der Stoffwechsel beschleunigt, was zu vielfältigen Beschwerden führen kann – körperlich wie auch psychisch.
Ursachen der Hyperthyreose
Die häufigsten Auslöser sind:
▪ Morbus Basedow
Eine autoimmune Erkrankung, bei der fehlgeleitete Antikörper die Schilddrüse dauerhaft zur übermäßigen Hormonproduktion anregen. Oft ist eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) sichtbar, manchmal begleitet von hervortretenden Augen (endokrine Orbitopathie).
▪ Schilddrüsenautonomie (autonome Adenome)
Einzelne Bereiche der Schilddrüse („heiße Knoten“) oder das gesamte Gewebe entziehen sich der körpereigenen Steuerung und produzieren selbstständig Hormone – unabhängig vom tatsächlichen Bedarf.
▪ Entzündungen
Bestimmte Schilddrüsenentzündungen, z. B. die de Quervain-Thyreoiditis, können vorübergehend zu einer Überfunktion führen.
▪ Seltene Ursachen
In Ausnahmefällen können auch:
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bösartige Schilddrüsentumoren
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eine überdosierte Hormonersatztherapie
zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen.
Typische Beschwerden
Die Symptome einer Hyperthyreose sind meist deutlich spürbar – sie entstehen durch die Überstimulation des Körpers mit Schilddrüsenhormonen:
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Gewichtsverlust trotz gutem oder gesteigertem Appetit
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Hitzewallungen, vermehrtes Schwitzen, Wärmeunverträglichkeit
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Herzrasen, erhöhter Blutdruck, unregelmäßiger Puls
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Haarausfall, feuchte, warme Haut
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Durchfall, häufigerer Stuhlgang
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Zyklusstörungen bei Frauen
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Unruhe, innere Anspannung, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen
Nicht alle Symptome treten gleichzeitig auf – je nach Ursache und Ausprägung können sie unterschiedlich stark ausfallen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Verlauf der Überfunktion:
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Thyreostatika (Schilddrüsenblocker): Medikamente, die die Hormonproduktion hemmen – oft als erste Therapie eingesetzt
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Radiojodtherapie: Zerstörung überaktiver Schilddrüsenzellen durch radioaktives Jod – besonders bei Autonomie oder Morbus Basedow
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Operation: Entfernung der gesamten Schilddrüse oder einzelner Knoten – z. B. bei starken Beschwerden, Komplikationen oder bei Verdacht auf Krebs
Nach einer definitiven Behandlung (Radiojod oder OP) ist oft eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen notwendig, um eine Unterfunktion zu vermeiden.