Morbus Basedow

Morbus Basedow – Autoimmunerkrankung mit Schilddrüsenüberfunktion

Morbus Basedow ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse fälschlicherweise zur Überproduktion von Hormonen anregt. Die Folge ist meist eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Häufig kommt es auch zu einer Vergrösserung der Schilddrüse (Struma) und in vielen Fällen zu Augenveränderungen, der sogenannten endokrinen Orbitopathie.

Wie entsteht Morbus Basedow?

Bei einer gesunden Immunfunktion schützen Antikörper den Körper vor Krankheitserregern. Bei Morbus Basedow bildet der Körper jedoch Autoantikörper, die sich gegen Rezeptoren an der Schilddrüse richten – sie regen das Organ zu einer dauerhaften Überfunktion an. Anders als bei vielen Autoimmunerkrankungen kommt es dabei nicht zur Zerstörung, sondern zur Überstimulation des Gewebes.

Mögliche Auslöser

Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Bekannte Einflussfaktoren sind:

  • Genetische Veranlagung

  • Stress, seelische Belastungen, psychische Krisen

  • Rauchen: erhöht das Risiko für Morbus Basedow deutlich und verschlimmert die Augenbeteiligung

Symptome

Die Beschwerden entsprechen grösstenteils jenen einer Schilddrüsenüberfunktion und betreffen viele Bereiche des Körpers:

Stoffwechsel & Kreislauf:

  • Gewichtsverlust trotz Heisshunger

  • Starkes Schwitzen, Wärmeempfindlichkeit

  • Herzrasen, hoher Puls, erhöhter Blutdruck

  • Haarausfall, feuchte, warme Haut

  • Durchfall, Durstgefühl

Psyche & Nervensystem:

  • Nervosität, Schlafstörungen, innere Unruhe

  • Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen

Weitere Symptome:

  • Zyklusstörungen bei Frauen, erhöhte Fehl- und Frühgeburtsrate bei Schwangeren

  • Gelenkbeschwerden

Augenbeteiligung (endokrine Orbitopathie)

Etwa 50 % der Betroffenen entwickeln eine Augenbeteiligung, die unabhängig von der Schilddrüsenfunktion verläuft:

  • Hervortretende Augäpfel

  • Geschwollene Augenlider

  • Trockene, gerötete oder entzündete Augen

  • Druckgefühl, Fremdkörpergefühl

  • Lichtempfindlichkeit, Verschwommen- oder Doppeltsehen

  • Seltener Lidschlag, Kopfschmerzen

Wichtig: Rauchen erhöht das Risiko für schwere Augenverläufe erheblich.

Behandlungsmöglichkeiten

Morbus Basedow lässt sich nicht ursächlich heilen, aber die Symptome können gezielt behandelt werden.

1. Medikamentöse Behandlung

  • Einsatz von Thyreostatika (schilddrüsenhemmende Medikamente), die die Hormonproduktion bremsen

  • Dauer: meist 12 bis 18 Monate

  • Bei einem Teil der Betroffenen kann die Krankheit dadurch vollständig oder vorübergehend zur Ruhe kommen

2. Definitive Therapien

  • Radiojodtherapie: Zerstörung des überaktiven Schilddrüsengewebes

  • Operation: teilweise oder vollständige Entfernung der Schilddrüse – z. B. bei grossen Kropfen oder ausgeprägter Orbitopathie

3. Augenbeteiligung behandeln

  • Je nach Schweregrad: künstliche Tränen, Cortison, Strahlentherapie oder Augenoperationen

Unbedingt empfehlenswert: Rauchstopp, da dieser den Krankheitsverlauf und insbesondere die Augenbeteiligung deutlich beeinflussen kann.