Schilddrüsenkrebs
Welche Formen von Schilddrüsenkrebs gibt es?
Schilddrüsenkrebs ist insgesamt selten, doch es gibt verschiedene Tumorformen, die sich im Ursprung der Zellen, im Verlauf und in der Therapie unterscheiden. Die wichtigsten werden nachfolgend vorgestellt:
Differenzierte Karzinome
Häufigkeit: über 70 % aller Fälle
Diese Tumorformen entstehen aus den Follikelzellen der Schilddrüse. Sie nehmen in der Regel radioaktives Jod auf und sind damit gut behandelbar.
a) Papilläres Karzinom
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Häufigste Form des Schilddrüsenkrebses
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Langsam wachsend
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Meist gute Heilungschancen bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Therapie
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Regelmässige Nachsorge notwendig
b) Follikuläres Karzinom
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Ebenfalls langsam wachsend
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Tendenziell etwas aggressiver als der papilläre Typ, aber oft gut behandelbar
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Gute Prognose bei gezielter Behandlung
Medulläres Karzinom
Häufigkeit: ca. 5–10 %
Dieser Tumor entsteht aus den sogenannten C-Zellen der Schilddrüse, die das Hormon Calcitonin produzieren.
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Kein Jodspeicherverhalten → nicht mit Radiojod behandelbar
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Kann in familiären Fällen (MEN-Syndrome) gehäuft auftreten
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Spezifische Blutmarker (z. B. Calcitonin) helfen in der Diagnose und Nachsorge
Anaplastisches (undifferenziertes) Karzinom
Häufigkeit: ca. 1–2 %
Dies ist die seltenste, aber auch aggressivste Form des Schilddrüsenkrebses.
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Rasch wachsender Tumor
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Keine Aufnahme von Jod → keine Radiojodtherapie möglich
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Therapie oft nur begrenzt wirksam, Verlauf meist ungünstig
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Wird vor allem bei älteren Menschen diagnostiziert